Ratgeber, Sockelleisten

Flexible (biegsame) Sockelleisten – darauf kommt es an

weiße Sockelleiste in der Ecke

Nicht jede Wandfläche eignet sich für die Montage starrer Sockelleisten aus MDF oder aus Massivholz. Kleine Unebenheiten an der Wand oder auf dem Fußboden, aber auch Rundungen und Bögen können den Einsatz flexibler Sockelleisten notwendig machen. Am besten eignen sich Kunststoffleisten, da dieses Material besonders flexibel – biegsam – ist und sich dem jeweiligen Untergrund optimal anpassen lässt. Bei der Montage sollten Sie dennoch bedenken, dass flexible Sockelleisten nicht explizit dafür gedacht sind, schiefe Wände auszugleichen und Ihnen die Vorarbeiten zur Wandbegradigung zu ersparen. In unkonventionell geschnittenen Räumen erzielen Sie mit diesen Fußbodenleisten, die Sie beispielsweise auch als LED Sockelleisten erhalten, ein sauberes und perfekt aussehendes Ergebnis.

Was sind flexible Sockelleisten?

Flexible Sockelleisten sind je nach Material und Beschaffenheit um bis zu 90° biegbar. Sie bestehen aus dünnen Kunststoff, den Sie beliebig formen und so für gewölbte und mit Rundungen gestaltete Untergründe verwenden können. Während eine weiße Sockelleiste aus Massivholz starr und nur wenige Millimeter biegbar ist, sind Kunststoffleisten in flexibler Ausführung ideal, wenn Sie um Ecken kleben oder einen Boden-Wandübergang um Rundungen erzeugen wollen. Die Bezeichnung “flexibel” bezieht sich auf das Material und dessen biegsame Eigenschaften. Diese Fußbodenleisten schmiegen sich lückenlos an den Untergrund und sorgen dafür, dass Sie in Räumen mit einigen Herausforderungen einen optimalen Abschluss der Fußbodenverlegung erzeugen. Die Verwendung ist bei Innen- und Außenecken, bei Säulen und bei Rundungen der Wand möglich. Wichtig ist, dass Sie die Verklebung mit größter Sorgfalt und mit einem robusten Kleber für flexible Sockelleisten vornehmen.

Biegsame Sockelleisten – dafür sind sie geeignet

Wenn Sie sich für biegsame Sockelleisten entscheiden, verzeiht Ihnen die flexible Eigenschaft der Fußbodenleisten leichte Krümmungen der Wand. Hauptsächlich werden flexible Sockelleisten in Räumen mit Rundungen und Bögen sowie in Zimmern verwendet, in denen Sie den Abschluss um die Ecke herum kleben wollen. MDF Sockelleisten eignen sich teilweise für die Verwendung an nicht geraden Wänden. Um die Bodenleiste an einer Biegung zu verkleben, sollten Sie rückseitige Kerben einbringen und über das notwendige Geschick und das richtige Werkzeug verfügen. Einfacher ist es, wenn Sie sich direkt für Kunststoff entscheiden und biegsame Sockelleisten kaufen. In den meisten Fällen erwerben Sie diese Fußbodenleisten auf einer Rolle, von der Sie sich die gewünschte Länge für die Montage abschneiden können. Als Waterproof Sockelleisten sind Ausführungen aus Kunststoff sehr gut geeignet. In Ihrem Badezimmer und in der Dusche sollten Sie aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und Spritzwasser kein Massivholz verwenden und auch bei MDF nur auf Spezialbeschichtungen mit wasserdichten Eigenschaften zurückgreifen. Biegsame Sockelleisten sind hier eine gute Lösung, die Sie aufgrund der großen Auswahl an die Farbe der Fliesen an den Wänden und auf dem Fußboden anpasse können.

Vor- und Nachteile flexibler Fußbodenleisten

Ein großer Vorteil, den flexible Sockelleisten aufweisen, ist ihre biegsame und bis zu einem Winkel von 90° verformbare Eigenschaft. Sie entscheiden sich mit biegsamen Sockelleisten für Kunststoff, der auch in Feuchträumen ohne Probleme verwendet werden kann. Flexible Sockelleisten gibt es in verschiedenen Farben und in unterschiedlichen Höhen. Sie können um Rundungen herum verlegt und für ungerade Wände genutzt werden. Allerdings gibt es auch Nachteile, die sich vor allem und in erster Linie in den begrenzten Designs zeigen. Wenn Sie Ihre Böden mit einer Leiste aus Echtholz abschließen wollen, müssen Sie auf die Biegsamkeit der Sockelleisten verzichten. Die Design-Auswahl ist begrenzt und auch in puncto Form gibt es nur einen begrenzten Spielraum. Flexible Sockelleisten werden vollflächig an der Wand verklebt, wodurch die Rückseite eine glatte Fläche aufweisen muss. Im Angebot für flexible Fußbodenleisten gibt keine Hohlkehlleisten, da diese nicht über die notwendige Klebefläche für eine Übereck-Montage oder die Überbrückung von Rundungen geeignet ist.

Flexible Sockelleisten kleben: Schritt für Schritt Anleitung

Einige Ausführungen verfügen über eine selbstklebende Rückseite. Hierbei handelt es sich um Weichsockelleisten, für die Sie keinen separaten Klebstoff benötigen. Möchten Sie den Montagekleber selbst auftragen, entscheiden Sie sich für flexible Sockelleisten, die ohne Kleberückseite geliefert werden. In der Befestigung gehen Sie wie folgt vor.

  • Der Untergrund muss fett- und staubfrei sowie trocken sein.
  • Die Wände werden ausgemessen und die Sockelleisten zugeschnitten.
  • Um eine Kantenablösung an Übergängen zu vermeiden, schneiden Sie nicht unmittelbar an den Ecken.
  • Tragen Sie den Kleber wellenförmig und gleichmäßig auf die Rückseite der Sockelleisten auf.
  • Legen Sie flexible Sockelleisten vorsichtig an und drücken Sie sie mit der Handfläche an den Klebeuntergrund.
  • Lassen Sie den Kleber trocknen, ehe Sie den Sitz prüfen und die Oberkante sowie die Unterkante mit Silikonfugen abschließen.
  • Tragen Sie eine hauchdünne Schicht Silikon / Acryl an der Oberkante UND an den Schnittstellen auf.
  • Die Abdichtung wird mit einem Spachtel oder mit Ihrem Finger verstrichen.

Worauf beim Verkleben geachtet werden sollte

Je stärker die Klebkraft ist, desto besser halten flexible Sockelleisten an der Wand. Wichtig ist, dass Sie die Verklebung auf einem trockenen und sauberen Untergrund vornehmen. Bei grob verputzten Wänden sollten Sie zugunsten der korrekten Abschlusskante auf flexible Sockelleisten verzichten, da sie nicht vollständig an der Wand haften und sichtbare Spalten wahrnehmen lassen. Die Kleberschicht bringen Sie hauchdünn, am besten wellenförmig, auf die Rückseite der Sockelleisten auf. Alternativ kann der Heißkleber oder der gewählte Montageleim in mittiger Höhe der Leisten auf die Wand aufgetragen werden. Drücken Sie flexible Sockelleisten gut an, aber verzichten Sie darauf, durch zu viel Druck für ein Herausquellen des Klebstoffes zu sorgen. Der optimale Druck gelingt Ihnen am besten, wenn Sie ein fusselfreies Tuch um Ihren Finger wickeln oder wenn Sie den Andruck (bei ausreichend breiten Sockelleisten) mit der Handfläche vornehmen. Für einen Abschluss in Badezimmern sollten Sie zugunsten der Haltbarkeit auf selbstklebende flexible Sockelleisten verzichten. Das doppelseitige Klebeband eignet sich zwar für glatte Wände, ist aber nicht so nässeresistent, wie es im Feuchtraum erforderlich wäre.

Farbliche Individualität durch einen Anstrich

Flexible Sockelleisten sind nur in begrenzten Farben und Maserungen erhältlich. Im Regelfall kaufen Sie eine Rolle Kunststoff-Sockelleiste in Weiß oder in Grau. Doch flexible Sockelleisten sind streichbar und können mit einem Lack oder mit einer speziellen Kunststofffarbe behandelt werden. Eine Anpassung an Ihren Fliesenspiegel, an den Fußboden oder an die Wände ist daher problemlos möglich. Wenn Sie von klassischen Farbtönen wie Weiß Abstand nehmen und einen Akzent setzen möchten, sollten Sie nach der Trocknung des Klebers überlegen, wie Sie flexible Sockelleisten streichen und zum Blickfang machen können. Damit die Farbe nicht auf den Boden oder auf die Wand gelangt, kleben Sie diese Bereiche ab und nutzen für den Anstrich einen Pinsel, der bestenfalls die genaue Breite der Sockelleiste aufweist. Flachpinsel eignen sich sehr gut für die farbliche Behandlung flexibler Fußbodenleisten.
Es gibt ein großes Angebot flexibler Sockelleisten aus umweltfreundlichen Kunststoffen. Sie können zwischen verschiedenen Breiten wählen und so genau die Ausführung finden, die zu Ihrem Anspruch passt. Ob Sie flexible Sockelleisten in Originalfarbe belassen oder nachbehandeln, hängt nicht zuletzt von der Wandfarbe und von Ihrem Fußboden ab. Wichtig ist, dass Sie sich beim Kauf darauf konzentrieren, dass die Flexibilität in dem Maß vorhanden ist, das für die Überbrückung Ihrer Wandunebenheiten geeignet ist. Eine kleine Delle oder Ausbuchtung können Sie mit MDF Sockelleisten ausgleichen, die Sie ganz einfach an der Rückseite einkerben. Soll die Verlegung um Rundungen oder um Ecken erfolgen, ist eine völlig biegsame, aus weichem Kunststoff bestehende Fußbodenleiste optimal. Achten Sie neben der richtigen Breite auch auf die Tiefe ab Wand, damit Spalten verdeckt werden.